Das Ölunglück im Golf von Mexiko

StartseiteUmweltDas Ölunglück im Golf von Mexiko
Ozean mit Küste

Wie kam es zu dem schrecklichen Ölunglück im Golf von Mexiko, welches vor 10 Jahren die Welt erschütterte? Dies und noch vieles mehr erfahrt Ihr in diesem Beitrag. Hier ein kurzer Überblick, worüber es gehen wird:

„Um mich herum auf dem Deck sah ich nichts als Feuer, es gab keinen Rauch, nur Flammen.“

Dieses Zitat von Micah Sandell, einem Kranführer der Bohrinsel Deepwater Horizon lässt das Ausmaß des Infernos erahnen, das sich beim bislang größten Ölunglück aller Zeiten am 20. April 2010 auf der Bohrplattform im Golf von Mexico zugetragen hat. Als Folge einer gewaltigen Explosion auf dem Deck der Insel flossen innerhalb von 88 Tagen mehr als 780 Millionen Liter Rohöl ins Wasser und verseuchten dadurch weite Teile des Meeres und der US-amerikanischen Golfküste. Erst zwei Monate später gelang es das Bohrloch endgültig zu schließen.

Verantwortlich für die Katastrophe ist der Ölkonzern British Petroleum (BP), der sich gegen Klagen hinsichtlich unzureichender Sicherheitsmaßnahmen vor Gericht verantworten musste. Doch wie war es zu der verheerenden Naturkatastrophe gekommen, bei der sowohl Mensch als auch Tier mit ihrem Leben bezahlen mussten?

Umfallhergang der Deepwater Horizon Katastrophe

Bereits sechs Wochen vor dem Unglück waren bei der 4000 Meter tiefen Erkundungsbohrung im „Macondo“-Ölfeld erhebliche Risiken bezüglich der örtlichen Ölförderung festgestellt worden. Trotzdem hatte sich der Konzern BP entschlossen die Bohrung durchzuführen. Am 20. April 2010 trafen vier BP-Manager auf der Plattform ein, um die Mitarbeiter für ihre geleisteten Dienste auszuzeichnen. Außerdem wurde aber auch Druck ausgeübt, den Abschluss der Bohrung voranzutreiben, da diese sich schon 43 Tage verzögert hat und BP bereits 21 Millionen US-Dollar gekostet hatte. Um Zeit zu sparen traf die Einsatzleitung die Entscheidung die Zementierung am Bohrloch auszulassen. Deshalb wurde der Bohrschlamm durch Meerwasser im Marine Riser, einem Rohr, welches den Meeresboden mit der Bohrinsel verband, ausgetauscht. Im Bohrloch herrscht gewöhnlich ein Überdruck, der verhindern soll, dass andere Substanzen in die Bohrung eindringen. Dieser ging jedoch beim Austausch verloren und es drang ungewollt Gas ein, das nach wenigen Minuten gemeinsam mit dem Öl das Deck erreichte. Der Blowout Preventer, ein Ventilkopf, mit dem im Notfall das Bohrloch geschlossen werden sollte, versagte. Somit kam es zu zwei Explosionen, bei denen elf Menschen ums Leben kamen. Die Bohrinsel brannte trotz des Einsatzes mehrerer Löschschiffe aus, sank zwei Tage später und ließ ein offenes Bohrloch zurück, aus dem unkontrolliert mehrere Wochen lang Öl sprudelte. Unmittelbar nach dem Untergang wurde ein riesiger Ölteppich beobachtet, der sich schon ein paar Tage später auf eine Fläche von über 5500 Quadratkilometer ausgebreitet hatte und stetig wuchs.

Maßnahmen zur Bekämpfung der Folgen des Ölunglücks

Mehr als 47.000 Hilfskräfte waren an den Versuchen den Ölaustritt aus dem Bohrloch zu stoppen und die Ölpest einzudämmen beteiligt und kamen in den Folgemonaten auf dem Meer und entlang der Küsten zum Einsatz. Dabei kamen sowohl Maßnahmen an der Meeresoberfläche, sowie am Meeresgrund zum Einsatz.

Abbrennen des Ölfilms

Eine Methode, um den Ölteppich auf dem Meer zu entfernen bestand darin gezielte Feuer zu legen. Diese in situ burnings (vor Ort Verbrennungen) konnten jedoch nur in Teilen des Meeres erfolgen, wo eine besonders dicke Ölschicht existierte. Deshalb wurden Barrieren ausgelegt, um das Öl großflächig anzusammeln. Der erfolgreiche Einsatz war vor allem von meteorologischen Bedingungen abhängig. Hoher Wellengang und starker Wind erschwerten die Arbeit, da das Feuer schwieriger zu kontrollieren war. Insgesamt wurden 411 in situ Verbrennungen durchgeführt, bei denen 42.135.000 Liter Öl beseitigt werden konnten. Die Maßnahmen wurden ständig von Luftmessungen der amerikanischen Umweltbehörde (EPA) begleitet, um eine Gefährdung der Einsatzkräfte und der Küstenbevölkerung auszuschließen. In Ufernähe wurden deshalb keine Feuer gelegt und sobald die vorgegebene Feinstaubkonzentration von 150 μg/m3 überschritten wurde, brach die Behörde die Aktion ab.

Bindung des Öls durch chemische Mittel

Da es wochenlang nicht gelang die Ölflut zu drosseln, wurde versucht das Öl durch den Einsatz chemischer Mittel zu bekämpfen. Die Nutzung dieser sogenannten Dispergatoren löste immer wieder kontroverse öffentliche Diskussionen aus, da die Anwendung dieser Mittel negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt hat. Bei den verwendeten Chemikalien handelte es sich um Corexit EC9500A und Corexit EC9527A, welche aus Tensiden und Lösungsmittel bestehen und mit Hilfe von speziellen Flugzeugen großflächig über die Ölteppiche verteilt wurden. Diese vergleichsweise einfache Applikation war weniger witterungsabhängig und es konnten große Einsatzflächen erreicht werden. Durch den Einsatz des Corexits wurde die Oberflächenspannung des Öls so verringert, dass kleine Öltröpfchen durch den Wellengang aus dem Ölfilm herausgelöst werden konnten. Der Vorteil bestand darin, dass geringere Ölmengen an Küsten und Strände gespült wurden und weniger Vögel, die an der Wasseroberfläche nach Nahrung suchten verölt wurden. Das gelöste Öl konnte leichter von ölzehrenden Mikroorganismen besiedelt und damit schneller abgebaut werden. Jedoch wurde das dispergierte Öl großräumiger auf der Wasserfläche verteilt und war mehr mikrobiellen Lebensgemeinschaften zugänglich, die durch die toxischen Eigenschaften des Öls, der Dispersionsmittel oder Kombinationen aus beiden geschädigt wurden. Mechanische Methoden zur Entfernung und Aufnahme des Öls konnten durch die veränderte Oberflächenspannung nicht mehr wirkungsvoll eingesetzt werden. Durch die Dispersion sank das Öl auf den Meeresgrund und konnte in tiefere Sedimente eindringen. Hier erfolgte ein langsamerer Abbau. Folglich mussten die positiven Effekte des Einsatzes dieser chemischen Mittel gegenüber den Schäden am Ökosystem abgewogen werden.

Reinigung durch Tanker

„A Whale“ hieß der taiwanesische Supertanker, der mit einer beeindruckenden Länge von etwa 340 Metern und der Höhe von zehn Stockwerken dazu beitragen sollte, ölverdrecktes Wasser zu reinigen. Das Schiff konnte durch zwölf eigens installierte Ansaugstutzen, die am Bug befestigt worden waren, täglich bis zu 80 Millionen Liter Meerwasser aufnehmen. Das Wasser wurde anschließend im Inneren des Tankers vom Öl getrennt, indem das Öl das oben schwamm mehrfach abgepumpt wurde. Das gereinigte Wasser wurde anschließend wieder ins Meer zurückgeführt. Das Öl sollte danach auf ein anderes Schiff geleitet werden. Ziel war, das Öl abzufangen, bevor es die Küstenregionen erreicht, da die Beseitigung dort weitaus schwieriger war. Nach einer zweitägigen Testphase teilte die Besitzerfirma TMT Shipping Offshore mit, dass der Einsatz der „A Whale“ nicht erfolgsversprechend gewesen war. Begründet wurde dies, dass das mit dem Wasser vermischte Öl nicht dickflüssig genug gewesen sei. Somit habe es im Schiff nicht genügend herausgefiltert werden können.

Operation Static Kill

Was Ende Mai mit der „Top Kill“ Methode gescheitert war, gelang Anfang August mit der als „Static Kill“ bezeichneten Maßnahme. Hier handelt es sich um eine der Methoden, die am Meeresgrund stattfanden. Über acht Stunden lang wurden von Schiffen aus mit einer Art Schlammkanone, 8000 Liter pro Minute schwerer und sehr zähflüssiger Bohrschlamm mit hohem Druck in die Ölquelle gepumpt. Dieser sollte durch das hydrostatische Gleichgewicht den Druck des von unten strömenden Öls neutralisieren und dadurch den Ölaustritt verhindern. Ziel war es, das Bohrloch anschließend dauerhaft mit Zement zu versiegeln, sobald der Druck niedrig genug war.

Da inzwischen über das Bohrloch eine Stahlkappe gestülpt worden war und der Öldruck sich dadurch verringert hatte, waren die Vorrausetzungen besser und diese Aktion führte schließlich zum Erfolg.

Operation Bottom Kill

Parallel zu den genannten Maßnahmen arbeiteten BP Mitarbeiter seit drei Monaten an Entlastungsbohrungen. Mit Hilfe dieser Methode namens „Bottom Kill“ sollte auch das Öl-Reservoir in vier Kilometer Tiefe verschlossen werden, indem auch am unteren Ende der Bohrleitung Schlamm und Zement eingeführt werden sollten. Die Ingenieure veranlassten erst senkrechte Bohrungen, die schräg auf das außer Kontrolle geratene Bohrloch zuliefen. Das Bohrloch sollte angebohrt und mit schwerem Bohrschlamm sowie Zement wie durch einen Stöpsel verschlossen werden. Als besonders schwierig erwies sich das Bohrloch inmitten des Gesteins überhaupt zu finden. Laut David Rensink, dem designierten Präsidenten der American Association of Petroleum Geologists gleiche es einem „Lottogewinn“ dies beim ersten Versuch zu schaffen. Erst fünf Monate nach dem Unglück gelang es schließlich den Ingenieuren des britischen Unternehmens die defekte Ölquelle endgültig zu verschließen. Admiral Thad Allen, ein Sonderbeauftragter der US-Regierung gab am 19.09.2010 bekannt, es seien sämtliche Hohlräume mit gehärteten Zement gefüllt und es ströme folglich kein Öl mehr aus.

Folgen und Auswirkungen

Auswirkungen auf die Tierwelt

Avifauna

Die bekanntesten Tiere der Medienberichterstattungen über den Ölunfall waren die Seevögel. Bereits der Kontakt mit sehr kleinen Ölmengen war für sie toxisch. Das Öl blieb bei Berührung am Gefieder haften, somit verloren die Meeresvögel lebenswichtige Funktionen, wie beispielsweise den Schutz vor Kälte oder Wasser. Durch das Verkleben ihres Gefieders büßten sie ihre Flug- und Schwimmfähigkeiten ein. Sie waren nicht mehr in der Lage ihre Nahrung zu erbeuten und mussten verhungern oder erfrieren. Auch durch die direkte Aufnahme des Öls starben zahlreiche Vögel. Bei dem Versuch durch Putzen ihre Federn vom Öl zu befreien, gelangte es in den Verdauungstrakt der Tiere und sie vergiften sich daran, schwere Nieren- und Leberschäden waren dabei oft die Folge. Unglücklicherweise lag selbst der Zeitpunkt des Unfalls ungünstig, da zwischen Ende April und Anfang Mai, 40 Prozent der Küsten- und Wasservögel Nordamerikas auf dem sogenannten „Mississippi Flyway“ unterwegs sind. Auf dieser Flugroute passierten sie den Golf von Mexico auf dem Weg aus ihren Winterquartieren. Besonders betroffen waren Aztekenmöwen, Pelikane und Seeschwalbenarten, die sich von verseuchten Fischen und kleinen Krebsen ernährt haben. Im ersten Jahr nach der Havarie der Plattform wurden etwa 2000 tote Seevögel eingesammelt. Den Berechnungen des Ölpestforschers Jeffrey Short zufolge, wurde die Gesamtzahl der getöteten Vögel auf über 600.000 geschätzt.

Fische und andere Meeresbewohner

Neben 45 Säugetier- und 32 Amphibienarten, waren über 445 Fischarten vom Ölunglück betroffen. So zum Beispiel der Blauflossenthunfisch, der zu den teuersten Speisefischen der Welt zählt und durch starke Überfischung in den letzten Jahren vom Aussterben bedroht ist. Der Laichgrund des Fisches liegt im nördlichen Golf von Mexiko und demnach im Katastrophengebiet. Der Blauflossenthunfisch laicht nahe der Wasseroberfläche. Dort war es jedoch für die Larven am gefährlichsten, da die Toxizität durch das Öl am stärksten war. Die geschlüpften Fische nahmen durch die Nahrung Öltropfen auf, woran viele von ihnen starben. Die ausgewachsenen Thunfische waren weniger betroffen, da sie verseuchte Gebiete mieden und weit unter der Meeresoberfläche lebten, wo das Wasser nicht so stark von Öl verschmutzt worden war. Ein Forscherteam vom Northwest Fisheries Science Center in Seattle kam bei ihren Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass Ölkatastrophen schwerwiegende Herzfehler und Ödeme bei frisch geschlüpften Larven auslösen können. Die Flossenentwicklung der Fische war ebenfalls beeinträchtigt.

Die Küstengewässer der Golfregion waren die Heimat von 5000 Delfinen. Der Unfall löste ein regelrechtes Massensterben aus. Mehr als 1300 tote Tiere wurden in den Folgemonaten an die Strände gespült. Außerdem stellten Forscher eine Anhäufung von Lungenerkrankungen fest.

Unter den fünf Arten von Meeresschildkröten, die im Golf leben und nisten, fallen drei unter das Schutzabkommen bedrohter Tierarten. Meeresschildkröten spielen im marinen Ökosystem eine wichtige Rolle. Ihr Vorkommen in den Seegraswiesen wirkt sich positiv auf die Jungfischbestände und somit wiederum auf die Fischerei aus. Die Schildkröten nutzen im Frühjahr die warmen Sandstrände der vorgelagerten Inseln zur Eiablage. Als Lungenatmer müssen die geschlüpften Jungtiere zur Meeresoberfläche auftauchen, das mit Öl kontaminierte Wasser verklebte im Unfalljahr ihre Atemorgane und führte zum Tod.

Auswirkungen auf das Ökosystem des Meeres

Nicht nur die Wasseroberfläche wurde durch die Katastrophe verschmutzt. Das Öl trat in einer Tiefe von etwa 1500 Metern aus, breitete sich am Meeresboden aus und schädigte nachhaltig das Ökosystem der Tiefsee. Eine amerikanische Meeresforschergruppe belegte in aktuellen Forschungsberichten, dass immer noch knapp 320 Millionen Liter Öl auf einer Fläche von 3200 Quadratkilometern den Meeresboden bedecken. Das Leben ist dort abgestorben und auf lange Zeit nicht möglich. Greenpeace-Ölexperte Jörg Feddern erläuterte: „Ein Abbau des Öls durch Mikroben findet kaum statt, weil unter den Teermatten weder Sauerstoff noch Nährstoffe für die Bakterien vorhanden sind. Die ökologischen Folgen für die Region sind auch vier Jahre nach dem Unglück kaum abzuschätzen.“ Eine Spätfolge zeigte sich im Absterben der Korallen. Dies stellten Untersuchungen mit Hilfe von Tauchrobotern in der Nähe des Unglücksortes fest. Den Forschungsberichten zufolge hätten die Korallen vermehrt Schleim produziert, Gewebe wäre eingebüßt worden und ihre Polypen wären teilweise eingezogen. Bei Untersuchungen konnte festgestellt werden, dass 68% Korallenkolonien geschädigt waren. Tiefseekorallen entwickeln sich sehr langsam und würden normal Hunderte bis Tausende Jahre alt werden.

Daneben gibt es Tierarten, die eine Lebensgemeinschaft mit den Korallen eingehen und somit ebenfalls unter der Verschmutzung leiden. „Einige sitzen direkt auf den Korallen, wie Schlangensterne und Seeanemonen. Dann gibt es Krabben, Garnelen und andere kleine Tiere, die wir oft zwischen den Korallen herumlaufen sehen. […]“, so Charles Fisher von der Penn State University in einem Interview mit einer Reporterin des Deutschlandfunks. Korallen seien ausgezeichnete Bioindikatoren für die Auswirkungen auf die Tiefsee, da sie an einer Stelle festsitzen und die Folgen noch lange Zeit nach dem Unfall nachweisbar sind.

Persönliches Fazit

Das Fallbeispiel der Deepwater Horizon Katastrophe zeigt, dass nicht nur ein einzelner Fehler zu dem Unfall geführt hat. Vielmehr war es ein Zusammenspiel aus menschlichen Fehlentscheidungen, technischen Versagen, den Unvermögen staatlich-regulativer Kontrolle und Fehlern der Konzernleitung von BP. Das Unternehmen hatte nicht aus Erfahrungen vergleichbarer Katastrophen, wie beispielsweise der Explosion der Texas-Raffinerie gelernt, diese Erkenntnisse auf Tiefseebohrungen übertragen können und es waren keine entsprechenden Notfallpläne erarbeitet worden.

Durch die Medienberichterstattungen waren Defizite in der Sicherheitstechnologie aufgedeckt worden. Da eine starke Abhängigkeit zu der Ölindustrie besteht, bleiben langfristige politische Konsequenzen für die Konzerne jedoch überschaubar. Offshore-Bohrungen unterliegen zwar heute schärferen Regularien und Kontrollen, aber erneute Katastrophen, beispielsweise durch menschliches Versagen, können nicht ausgeschlossen werden.

Auch wenn die entstandene Empörung der Öffentlichkeit und die Boykotte schnell wieder verpufft waren, konnte das Unternehmen das Bild des klimafreundlichen „grünen“ Konzerns nicht aufrechterhalten und das Image des Ölgiganten nahm erheblichen Schaden. Der Unfall bedeutete zwar nicht den Ruin, aber der Konzern hat durch die hohen Straf- und Entschädigungszahlungen wirtschaftliche Einbußen erlitten.

Jahre nach der Ölkatastrophe sind die Strände augenscheinlich wieder weiß. Die Ölindustrie beteuert, der Golf kehre zu den Bedingungen zurück, die vor der Ölpest geherrscht haben. Aber ist das Öl tatsächlich aus der Umwelt verschwunden? Vor allen nach Stürmen werden immer wieder „tarballs“ an den Küsten gefunden. Diese schwarzen Teerklumpen werden voraussichtlich noch Jahre lang angespült werden und beweisen das Gegenteil. Umweltschützer befürchten die Natur habe noch lange Zeit mit den Folgen zu kämpfen und langfristige Auswirkungen seien noch nicht abschätzbar.

Das Ölunglück im Golf von Mexiko

Wie kam es zu dem schrecklichen Ölunglück im Golf von Mexiko, welches vor 10 Jahren die Welt erschütterte? Dies und noch vieles mehr erfahrt Ihr in diesem Beitrag. 

„Um mich herum auf dem Deck sah ich nichts als Feuer, es gab keinen Rauch, nur Flammen.“

Dieses Zitat von Micah Sandell, einem Kranführer der Bohrinsel Deepwater Horizon lässt das Ausmaß des Infernos erahnen, das sich beim bislang größten Ölunglück aller Zeiten am 20. April 2010 auf der Bohrplattform im Golf von Mexico zugetragen hat. Als Folge einer gewaltigen Explosion auf dem Deck der Insel flossen innerhalb von 88 Tagen mehr als 780 Millionen Liter Rohöl ins Wasser und verseuchten dadurch weite Teile des Meeres und der US-amerikanischen Golfküste. Erst zwei Monate später gelang es das Bohrloch endgültig zu schließen.

Verantwortlich für die Katastrophe ist der Ölkonzern British Petroleum (BP), der sich gegen Klagen hinsichtlich unzureichender Sicherheitsmaßnahmen vor Gericht verantworten musste. Doch wie war es zu der verheerenden Naturkatastrophe gekommen, bei der sowohl Mensch als auch Tier mit ihrem Leben bezahlen mussten?

Umfallhergang der Deepwater Horizon Katastrophe

Bereits sechs Wochen vor dem Unglück waren bei der 4000 Meter tiefen Erkundungsbohrung im „Macondo“-Ölfeld erhebliche Risiken bezüglich der örtlichen Ölförderung festgestellt worden. Trotzdem hatte sich der Konzern BP entschlossen die Bohrung durchzuführen. Am 20. April 2010 trafen vier BP-Manager auf der Plattform ein, um die Mitarbeiter für ihre geleisteten Dienste auszuzeichnen. Außerdem wurde aber auch Druck ausgeübt, den Abschluss der Bohrung voranzutreiben, da diese sich schon 43 Tage verzögert hat und BP bereits 21 Millionen US-Dollar gekostet hatte. Um Zeit zu sparen traf die Einsatzleitung die Entscheidung die Zementierung am Bohrloch auszulassen. Deshalb wurde der Bohrschlamm durch Meerwasser im Marine Riser, einem Rohr, welches den Meeresboden mit der Bohrinsel verband, ausgetauscht. Im Bohrloch herrscht gewöhnlich ein Überdruck, der verhindern soll, dass andere Substanzen in die Bohrung eindringen. Dieser ging jedoch beim Austausch verloren und es drang ungewollt Gas ein, das nach wenigen Minuten gemeinsam mit dem Öl das Deck erreichte. Der Blowout Preventer, ein Ventilkopf, mit dem im Notfall das Bohrloch geschlossen werden sollte, versagte. Somit kam es zu zwei Explosionen, bei denen elf Menschen ums Leben kamen. Die Bohrinsel brannte trotz des Einsatzes mehrerer Löschschiffe aus, sank zwei Tage später und ließ ein offenes Bohrloch zurück, aus dem unkontrolliert mehrere Wochen lang Öl sprudelte. Unmittelbar nach dem Untergang wurde ein riesiger Ölteppich beobachtet, der sich schon ein paar Tage später auf eine Fläche von über 5500 Quadratkilometer ausgebreitet hatte und stetig wuchs.

Maßnahmen zur Bekämpfung der Folgen des Ölunglücks

Mehr als 47.000 Hilfskräfte waren an den Versuchen den Ölaustritt aus dem Bohrloch zu stoppen und die Ölpest einzudämmen beteiligt und kamen in den Folgemonaten auf dem Meer und entlang der Küsten zum Einsatz. Dabei kamen sowohl Maßnahmen an der Meeresoberfläche, sowie am Meeresgrund zum Einsatz.

Abbrennen des Ölfilms

Eine Methode, um den Ölteppich auf dem Meer zu entfernen bestand darin gezielte Feuer zu legen. Diese in situ burnings (vor Ort Verbrennungen) konnten jedoch nur in Teilen des Meeres erfolgen, wo eine besonders dicke Ölschicht existierte. Deshalb wurden Barrieren ausgelegt, um das Öl großflächig anzusammeln. Der erfolgreiche Einsatz war vor allem von meteorologischen Bedingungen abhängig. Hoher Wellengang und starker Wind erschwerten die Arbeit, da das Feuer schwieriger zu kontrollieren war. Insgesamt wurden 411 in situ Verbrennungen durchgeführt, bei denen 42.135.000 Liter Öl beseitigt werden konnten. Die Maßnahmen wurden ständig von Luftmessungen der amerikanischen Umweltbehörde (EPA) begleitet, um eine Gefährdung der Einsatzkräfte und der Küstenbevölkerung auszuschließen. In Ufernähe wurden deshalb keine Feuer gelegt und sobald die vorgegebene Feinstaubkonzentration von 150 μg/m3 überschritten wurde, brach die Behörde die Aktion ab.

Bindung des Öls durch chemische Mittel

Da es wochenlang nicht gelang die Ölflut zu drosseln, wurde versucht das Öl durch den Einsatz chemischer Mittel zu bekämpfen. Die Nutzung dieser sogenannten Dispergatoren löste immer wieder kontroverse öffentliche Diskussionen aus, da die Anwendung dieser Mittel negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt hat. Bei den verwendeten Chemikalien handelte es sich um Corexit EC9500A und Corexit EC9527A, welche aus Tensiden und Lösungsmittel bestehen und mit Hilfe von speziellen Flugzeugen großflächig über die Ölteppiche verteilt wurden. Diese vergleichsweise einfache Applikation war weniger witterungsabhängig und es konnten große Einsatzflächen erreicht werden. Durch den Einsatz des Corexits wurde die Oberflächenspannung des Öls so verringert, dass kleine Öltröpfchen durch den Wellengang aus dem Ölfilm herausgelöst werden konnten. Der Vorteil bestand darin, dass geringere Ölmengen an Küsten und Strände gespült wurden und weniger Vögel, die an der Wasseroberfläche nach Nahrung suchten verölt wurden. Das gelöste Öl konnte leichter von ölzehrenden Mikroorganismen besiedelt und damit schneller abgebaut werden. Jedoch wurde das dispergierte Öl großräumiger auf der Wasserfläche verteilt und war mehr mikrobiellen Lebensgemeinschaften zugänglich, die durch die toxischen Eigenschaften des Öls, der Dispersionsmittel oder Kombinationen aus beiden geschädigt wurden. Mechanische Methoden zur Entfernung und Aufnahme des Öls konnten durch die veränderte Oberflächenspannung nicht mehr wirkungsvoll eingesetzt werden. Durch die Dispersion sank das Öl auf den Meeresgrund und konnte in tiefere Sedimente eindringen. Hier erfolgte ein langsamerer Abbau. Folglich mussten die positiven Effekte des Einsatzes dieser chemischen Mittel gegenüber den Schäden am Ökosystem abgewogen werden.

Reinigung durch Tanker

„A Whale“ hieß der taiwanesische Supertanker, der mit einer beeindruckenden Länge von etwa 340 Metern und der Höhe von zehn Stockwerken dazu beitragen sollte, ölverdrecktes Wasser zu reinigen. Das Schiff konnte durch zwölf eigens installierte Ansaugstutzen, die am Bug befestigt worden waren, täglich bis zu 80 Millionen Liter Meerwasser aufnehmen. Das Wasser wurde anschließend im Inneren des Tankers vom Öl getrennt, indem das Öl das oben schwamm mehrfach abgepumpt wurde. Das gereinigte Wasser wurde anschließend wieder ins Meer zurückgeführt. Das Öl sollte danach auf ein anderes Schiff geleitet werden. Ziel war, das Öl abzufangen, bevor es die Küstenregionen erreicht, da die Beseitigung dort weitaus schwieriger war. Nach einer zweitägigen Testphase teilte die Besitzerfirma TMT Shipping Offshore mit, dass der Einsatz der „A Whale“ nicht erfolgsversprechend gewesen war. Begründet wurde dies, dass das mit dem Wasser vermischte Öl nicht dickflüssig genug gewesen sei. Somit habe es im Schiff nicht genügend herausgefiltert werden können.

Operation Static Kill

Was Ende Mai mit der „Top Kill“ Methode gescheitert war, gelang Anfang August mit der als „Static Kill“ bezeichneten Maßnahme. Hier handelt es sich um eine der Methoden, die am Meeresgrund stattfanden. Über acht Stunden lang wurden von Schiffen aus mit einer Art Schlammkanone, 8000 Liter pro Minute schwerer und sehr zähflüssiger Bohrschlamm mit hohem Druck in die Ölquelle gepumpt. Dieser sollte durch das hydrostatische Gleichgewicht den Druck des von unten strömenden Öls neutralisieren und dadurch den Ölaustritt verhindern. Ziel war es, das Bohrloch anschließend dauerhaft mit Zement zu versiegeln, sobald der Druck niedrig genug war.

Da inzwischen über das Bohrloch eine Stahlkappe gestülpt worden war und der Öldruck sich dadurch verringert hatte, waren die Vorrausetzungen besser und diese Aktion führte schließlich zum Erfolg.

Operation Bottom Kill

Parallel zu den genannten Maßnahmen arbeiteten BP Mitarbeiter seit drei Monaten an Entlastungsbohrungen. Mit Hilfe dieser Methode namens „Bottom Kill“ sollte auch das Öl-Reservoir in vier Kilometer Tiefe verschlossen werden, indem auch am unteren Ende der Bohrleitung Schlamm und Zement eingeführt werden sollten. Die Ingenieure veranlassten erst senkrechte Bohrungen, die schräg auf das außer Kontrolle geratene Bohrloch zuliefen. Das Bohrloch sollte angebohrt und mit schwerem Bohrschlamm sowie Zement wie durch einen Stöpsel verschlossen werden. Als besonders schwierig erwies sich das Bohrloch inmitten des Gesteins überhaupt zu finden. Laut David Rensink, dem designierten Präsidenten der American Association of Petroleum Geologists gleiche es einem „Lottogewinn“ dies beim ersten Versuch zu schaffen. Erst fünf Monate nach dem Unglück gelang es schließlich den Ingenieuren des britischen Unternehmens die defekte Ölquelle endgültig zu verschließen. Admiral Thad Allen, ein Sonderbeauftragter der US-Regierung gab am 19.09.2010 bekannt, es seien sämtliche Hohlräume mit gehärteten Zement gefüllt und es ströme folglich kein Öl mehr aus.

Folgen und Auswirkungen

Auswirkungen auf die Tierwelt

Avifauna

Die bekanntesten Tiere der Medienberichterstattungen über den Ölunfall waren die Seevögel. Bereits der Kontakt mit sehr kleinen Ölmengen war für sie toxisch. Das Öl blieb bei Berührung am Gefieder haften, somit verloren die Meeresvögel lebenswichtige Funktionen, wie beispielsweise den Schutz vor Kälte oder Wasser. Durch das Verkleben ihres Gefieders büßten sie ihre Flug- und Schwimmfähigkeiten ein. Sie waren nicht mehr in der Lage ihre Nahrung zu erbeuten und mussten verhungern oder erfrieren. Auch durch die direkte Aufnahme des Öls starben zahlreiche Vögel. Bei dem Versuch durch Putzen ihre Federn vom Öl zu befreien, gelangte es in den Verdauungstrakt der Tiere und sie vergiften sich daran, schwere Nieren- und Leberschäden waren dabei oft die Folge. Unglücklicherweise lag selbst der Zeitpunkt des Unfalls ungünstig, da zwischen Ende April und Anfang Mai, 40 Prozent der Küsten- und Wasservögel Nordamerikas auf dem sogenannten „Mississippi Flyway“ unterwegs sind. Auf dieser Flugroute passierten sie den Golf von Mexico auf dem Weg aus ihren Winterquartieren. Besonders betroffen waren Aztekenmöwen, Pelikane und Seeschwalbenarten, die sich von verseuchten Fischen und kleinen Krebsen ernährt haben. Im ersten Jahr nach der Havarie der Plattform wurden etwa 2000 tote Seevögel eingesammelt. Den Berechnungen des Ölpestforschers Jeffrey Short zufolge, wurde die Gesamtzahl der getöteten Vögel auf über 600.000 geschätzt.

Fische und andere Meeresbewohner

Neben 45 Säugetier- und 32 Amphibienarten, waren über 445 Fischarten vom Ölunglück betroffen. So zum Beispiel der Blauflossenthunfisch, der zu den teuersten Speisefischen der Welt zählt und durch starke Überfischung in den letzten Jahren vom Aussterben bedroht ist. Der Laichgrund des Fisches liegt im nördlichen Golf von Mexiko und demnach im Katastrophengebiet. Der Blauflossenthunfisch laicht nahe der Wasseroberfläche. Dort war es jedoch für die Larven am gefährlichsten, da die Toxizität durch das Öl am stärksten war. Die geschlüpften Fische nahmen durch die Nahrung Öltropfen auf, woran viele von ihnen starben. Die ausgewachsenen Thunfische waren weniger betroffen, da sie verseuchte Gebiete mieden und weit unter der Meeresoberfläche lebten, wo das Wasser nicht so stark von Öl verschmutzt worden war. Ein Forscherteam vom Northwest Fisheries Science Center in Seattle kam bei ihren Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass Ölkatastrophen schwerwiegende Herzfehler und Ödeme bei frisch geschlüpften Larven auslösen können. Die Flossenentwicklung der Fische war ebenfalls beeinträchtigt.

Die Küstengewässer der Golfregion waren die Heimat von 5000 Delfinen. Der Unfall löste ein regelrechtes Massensterben aus. Mehr als 1300 tote Tiere wurden in den Folgemonaten an die Strände gespült. Außerdem stellten Forscher eine Anhäufung von Lungenerkrankungen fest.

Unter den fünf Arten von Meeresschildkröten, die im Golf leben und nisten, fallen drei unter das Schutzabkommen bedrohter Tierarten. Meeresschildkröten spielen im marinen Ökosystem eine wichtige Rolle. Ihr Vorkommen in den Seegraswiesen wirkt sich positiv auf die Jungfischbestände und somit wiederum auf die Fischerei aus. Die Schildkröten nutzen im Frühjahr die warmen Sandstrände der vorgelagerten Inseln zur Eiablage. Als Lungenatmer müssen die geschlüpften Jungtiere zur Meeresoberfläche auftauchen, das mit Öl kontaminierte Wasser verklebte im Unfalljahr ihre Atemorgane und führte zum Tod.

Auswirkungen auf das Ökosystem des Meeres

Nicht nur die Wasseroberfläche wurde durch die Katastrophe verschmutzt. Das Öl trat in einer Tiefe von etwa 1500 Metern aus, breitete sich am Meeresboden aus und schädigte nachhaltig das Ökosystem der Tiefsee. Eine amerikanische Meeresforschergruppe belegte in aktuellen Forschungsberichten, dass immer noch knapp 320 Millionen Liter Öl auf einer Fläche von 3200 Quadratkilometern den Meeresboden bedecken. Das Leben ist dort abgestorben und auf lange Zeit nicht möglich. Greenpeace-Ölexperte Jörg Feddern erläuterte: „Ein Abbau des Öls durch Mikroben findet kaum statt, weil unter den Teermatten weder Sauerstoff noch Nährstoffe für die Bakterien vorhanden sind. Die ökologischen Folgen für die Region sind auch vier Jahre nach dem Unglück kaum abzuschätzen.“ Eine Spätfolge zeigte sich im Absterben der Korallen. Dies stellten Untersuchungen mit Hilfe von Tauchrobotern in der Nähe des Unglücksortes fest. Den Forschungsberichten zufolge hätten die Korallen vermehrt Schleim produziert, Gewebe wäre eingebüßt worden und ihre Polypen wären teilweise eingezogen. Bei Untersuchungen konnte festgestellt werden, dass 68% Korallenkolonien geschädigt waren. Tiefseekorallen entwickeln sich sehr langsam und würden normal Hunderte bis Tausende Jahre alt werden.

Daneben gibt es Tierarten, die eine Lebensgemeinschaft mit den Korallen eingehen und somit ebenfalls unter der Verschmutzung leiden. „Einige sitzen direkt auf den Korallen, wie Schlangensterne und Seeanemonen. Dann gibt es Krabben, Garnelen und andere kleine Tiere, die wir oft zwischen den Korallen herumlaufen sehen. […]“, so Charles Fisher von der Penn State University in einem Interview mit einer Reporterin des Deutschlandfunks. Korallen seien ausgezeichnete Bioindikatoren für die Auswirkungen auf die Tiefsee, da sie an einer Stelle festsitzen und die Folgen noch lange Zeit nach dem Unfall nachweisbar sind.

Persönliches Fazit

Das Fallbeispiel der Deepwater Horizon Katastrophe zeigt, dass nicht nur ein einzelner Fehler zu dem Unfall geführt hat. Vielmehr war es ein Zusammenspiel aus menschlichen Fehlentscheidungen, technischen Versagen, den Unvermögen staatlich-regulativer Kontrolle und Fehlern der Konzernleitung von BP. Das Unternehmen hatte nicht aus Erfahrungen vergleichbarer Katastrophen, wie beispielsweise der Explosion der Texas-Raffinerie gelernt, diese Erkenntnisse auf Tiefseebohrungen übertragen können und es waren keine entsprechenden Notfallpläne erarbeitet worden.

Durch die Medienberichterstattungen waren Defizite in der Sicherheitstechnologie aufgedeckt worden. Da eine starke Abhängigkeit zu der Ölindustrie besteht, bleiben langfristige politische Konsequenzen für die Konzerne jedoch überschaubar. Offshore-Bohrungen unterliegen zwar heute schärferen Regularien und Kontrollen, aber erneute Katastrophen, beispielsweise durch menschliches Versagen, können nicht ausgeschlossen werden.

Auch wenn die entstandene Empörung der Öffentlichkeit und die Boykotte schnell wieder verpufft waren, konnte das Unternehmen das Bild des klimafreundlichen „grünen“ Konzerns nicht aufrechterhalten und das Image des Ölgiganten nahm erheblichen Schaden. Der Unfall bedeutete zwar nicht den Ruin, aber der Konzern hat durch die hohen Straf- und Entschädigungszahlungen wirtschaftliche Einbußen erlitten.

Jahre nach der Ölkatastrophe sind die Strände augenscheinlich wieder weiß. Die Ölindustrie beteuert, der Golf kehre zu den Bedingungen zurück, die vor der Ölpest geherrscht haben. Aber ist das Öl tatsächlich aus der Umwelt verschwunden? Vor allen nach Stürmen werden immer wieder „tarballs“ an den Küsten gefunden. Diese schwarzen Teerklumpen werden voraussichtlich noch Jahre lang angespült werden und beweisen das Gegenteil. Umweltschützer befürchten die Natur habe noch lange Zeit mit den Folgen zu kämpfen und langfristige Auswirkungen seien noch nicht abschätzbar.